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Grunduntersuchung Drucken

Voraussetzung für eine wirtschaftliche und umweltgerechte Düngung ist die Kenntnis der Versorgungslage im Boden. Bei der Grunduntersuchung werden die Bodenart, der pH-Wert mit Kalkbedarf sowie die Gehalte der wichtigsten Hauptnährstoffe - ausgenommen der Stickstoff - bestimmt.

Die Analytik

Bodenart

Jeder Boden ist das Verwitterungsprodukt des ihn tragenden Gesteins - vermengt mit angewehtem oder angeschwemmtem Material. Alle Böden bestehen aus einem Gemenge verschieden großer Teilchen. Diese Korngrößenzusammensetzung wird durch die Bodenart gekennzeichnet. In die Bestimmung der Bodenart geht nur der Feinanteil unter2 mm ein, der Skelettanteil des Bodens bleibt unberücksichtigt. Die gebräuchlichen Begriffe leichte (Sandböden), mittlere (Schluff- und Lehmböden) und schwere (Tonböden) beziehen sich auf die Bearbeitbarkeit. Das Aufkalkungsziel ist bei leichten Böden niedriger als bei schweren Böden, die Einteilung in Gehaltsklassen bei Kali und Magnesium hängt vom Tonanteil der Böden ab.


 Bodenarten und die häufigsten Korngrößenzusammensetzungen

Bodenartdreieck

Die Bodenart wird mit der Fingerprobe bestimmt. Nach dieser Methode werden die einzelnen Mengenanteile von Sand, Schluff und Ton geprüft und die Bodenart über das Körnungsdreieck ermittelt. Die im Bild gezeigte Probe hat 25% Sand, 35% Schluff und 40% Ton und ist somit ein toniger Lehm (tL).

pH-Wert und Kalkbedarf

Hohe Erträge und gute Qualitäten können nur bei ausreichender Kalkversorgung des Bodens erzielt werden. Versauerung führt durch Nährstoff-Festlegung einerseits, durch Freisetzung toxischer Elemente andererseits zu Ertragsbeeinträchtigungen. Darüber hinaus ist in sauren Böden die biologische Aktivität geringer, Strukturschäden treten auf.

Der anzustrebende pH-Bereich (Aufkalkungsziel) ist je nach Bodenart, Humusgehalt und Nutzung verschieden:

  • je schwerer ein Boden ist, desto höher soll der pH-Wert sein
  • je höher der Humusgehalt ist, desto niedriger soll der pH-Wert sein
Aufkalkung

Entsprechend dem pH-Wert wird eine Kalkstufe zugeordnet und ggf. ein Kalkbedarf angegeben. Als Bezugs- und Verrechnungseinheit wird im Befund Branntkalk (CaO) angegeben. Branntkalk besitzt eine gute Löslichkeit und eignet sich daher für eine schnelle Aufkalkung. Er sollte jedoch nur auf gut puffernden, vorwiegend schweren, Böden eingesetzt werden. Auf schlecht puffernden leichten Böden und für Grünland ist kohlensaurer Kalk besser geeignet, da er im Boden erst umgesetzt werden muß und die Narbe nicht verätzt. Bei humusreichen Böden ist darauf zu achten, daß eine eventuelle pH-Erhöhung schrittweise durchgeführt wird. Kalkung führt zu einer starken Anregung des Bakterienwachstums und damit zu einem verstärkten Humusabbau.

Kalkberge

Phosphat, Kali und Magnesium

Die pflanzenverfügbaren Gehalte von Phosphat und Kali werden mit der CAL-Methode bestimmt, Magnesium im CaCl2-Auszug. Phosphat wird photometrisch gemessen. Die Metalle Kalium und Magnesium werden mittels Atomabsorptions-Spektrometrie bestimmt.

Phosphatanalyse
 Eine Demonstration im Reagenzglas zeigt anschaulich: Je höher der Phospat-Gehalt eines Bodens, desto intensiver die Blaufärbung.


Bewertung Phosphat, Kali und Magnesium

Anhand der pflanzenbaulichen Daten in Verbindung mit den Gehaltsklassen kann die schlagbezogene Düngeberechnung erstellt werden. Ausgehend von der Nährstoffabfuhr bei optimaler Versorgung, Klasse C, werden Zuschläge für die schlechteren Klassen A und B berechnet. Bei Gehaltsklasse D wird die Hälfte der Abfuhr empfohlen, bei Klasse E ist vorläufig keine Düngung erforderlich.

Düngermengen
 
 
Bodenproben und Agrar-Analysen
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